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Welche Heizung ist künftig die richtige?

7. Oktober 2026 durch
m.fernitz@immo-pros.de

Welche Heizung ist künftig die richtige?


Sie besitzen noch eine ältere Öl- oder Gasheizung?

Und Sie wissen bereits: In den kommenden Jahren muss diese Anlage erneuert werden?

Dann warten Sie besser nicht, bis die Heizung plötzlich ausfällt.

Denn bei dieser Entscheidung geht es längst nicht mehr nur um den Kaufpreis einer neuen Heizungsanlage.

Es geht um die künftigen Brennstoffkosten.

Um gesetzliche Vorgaben.

Um den energetischen Zustand Ihres Gebäudes.

Und vor allem um die Frage:

Welches Heizsystem passt langfristig zu Ihrem Haus?

Zunächst die wichtigste Information.

Eine bestehende und funktionsfähige Öl- oder Gasheizung muss nicht automatisch sofort ausgetauscht werden.

Steht jedoch eine Erneuerung an, sollten Eigentümer sehr genau prüfen, welche technischen und wirtschaftlichen Folgen die neue Lösung in den nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahren haben kann.

Eine neue Gas- oder Ölheizung bleibt grundsätzlich eine mögliche Lösung.

Wer eine solche Anlage nach dem neunundzwanzigsten Juli zweitausendsechsundzwanzig in ein Bestandsgebäude einbaut, muss jedoch schrittweise steigende Vorgaben für erneuerbare Brennstoffe berücksichtigen.

Ab dem ersten Januar zweitausendneunundzwanzig müssen mindestens zehn Prozent der bereitgestellten Wärme aus zulässigen erneuerbaren Brennstoffen stammen.

Ab zweitausenddreißig steigt dieser Anteil auf mindestens fünfzehn Prozent.

Ab zweitausendfünfunddreißig sind mindestens dreißig Prozent erforderlich.

Und ab zweitausendvierzig mindestens sechzig Prozent.

Je nach Heizsystem können dafür beispielsweise Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder bestimmte Arten von Wasserstoff eingesetzt werden.

Das klingt zunächst nach einem einfachen Weg.

Die vorhandene Technik bleibt ähnlich – lediglich der Brennstoff verändert sich.

Doch genau hier liegt das wirtschaftliche Risiko.

Ob die benötigten erneuerbaren Brennstoffe künftig überall in ausreichender Menge verfügbar sein werden, lässt sich heute nicht verlässlich vorhersagen.

Ebenso wenig wissen wir, zu welchem Preis sie angeboten werden.

Hinzu kommen steigende oder schwankende Kohlenstoffdioxidkosten.

Auch die Netzentgelte können für Gaskunden zunehmend relevant werden.

Denn wenn immer weniger Haushalte das Gasnetz nutzen, müssen die Kosten für Betrieb, Wartung und möglichen Rückbau der Infrastruktur auf eine immer kleinere Zahl von Verbrauchern verteilt werden.

Was das finanziell bedeuten kann, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel.

Bereits heute kosten verfügbare Gastarife mit einem Biomethananteil von etwa zehn bis fünfzehn Prozent durchschnittlich rund zwei bis zweieinhalb Cent je Kilowattstunde mehr als vergleichbare Erdgastarife.

Bei einem Ausgangspreis von rund zehn Cent je Kilowattstunde bedeutet dieser Aufschlag bereits eine Verteuerung von ungefähr zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent.

Bei einem jährlichen Verbrauch von zwanzigtausend Kilowattstunden entstehen dadurch Mehrkosten von etwa vierhundert bis fünfhundert Euro – pro Jahr.

Ab dem ersten Januar zweitausendneunundzwanzig müssen neu eingebaute Gasheizungen mindestens zehn Prozent ihrer Wärme aus zulässigen erneuerbaren Brennstoffen erzeugen.

Überträgt man die heutigen Preisunterschiede auf das Jahr zweitausendneunundzwanzig, ist allein durch den vorgeschriebenen Biomethananteil mit einem spürbaren Kostenanstieg zu rechnen.

Dabei handelt es sich lediglich um eine Betrachtung auf Grundlage heutiger Tarife.

Bis zweitausendneunundzwanzig können eine steigende Nachfrage nach Biomethan, begrenzte verfügbare Mengen, höhere Netzentgelte und zusätzliche Kohlenstoffdioxidkosten den tatsächlichen Aufschlag noch deutlich erhöhen.

Ein Mehrpreis von beispielsweise drei Cent je Kilowattstunde würde bei einem heutigen Ausgangspreis von zehn Cent bereits eine Verteuerung von dreißig Prozent bedeuten.

Bei einem Verbrauch von zwanzigtausend Kilowattstunden wären das rund sechshundert Euro zusätzliche Kosten – jedes Jahr.

Bei vermieteten Gebäuden kommt ein weiterer Punkt hinzu.

Für bestimmte neu eingebaute Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizungen gelten besondere Regelungen zur Verteilung der Netzentgelte, der Kohlenstoffdioxidkosten und der Mehrkosten für erneuerbare Brennstoffanteile zwischen Vermieter und Mieter.

Eine mögliche Ergänzung zur Gas- oder Ölheizung ist die Solarthermie.

Dabei erzeugen Kollektoren auf dem Dach Wärme für die Warmwasserbereitung.

Bei entsprechender Auslegung können sie zusätzlich die Raumheizung unterstützen.

Eine ausreichend dimensionierte Solarthermieanlage kann gesetzliche Anforderungen in bestimmten Zeiträumen ganz oder teilweise erfüllen.

Gleichzeitig reduziert sie den Brennstoffverbrauch der Hauptheizung.

Doch auch diese Lösung muss zum Gebäude passen.

Entscheidend sind die verfügbare Dachfläche, die Ausrichtung und mögliche Verschattungen.

Ebenso wichtig sind der Wärmebedarf, die Größe des Speichers und die Frage, ob die erzeugte Wärme im Sommer sinnvoll genutzt werden kann.

Solarthermie sollte deshalb nicht einfach zusätzlich montiert werden.

Sie muss als Bestandteil eines abgestimmten Heizsystems geplant werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Pelletheizung.

Sie kann besonders interessant sein, wenn bisher eine Ölheizung vorhanden war.

Denn dort, wo sich heute die alten Öltanks befinden, kann nach deren fachgerechter Demontage häufig ein Pelletlager eingerichtet werden.

Die vorhandenen Heizkörper und das wasserführende Wärmeverteilsystem können oftmals weiterverwendet werden.

Dadurch eignet sich eine Pelletheizung grundsätzlich auch für ältere Gebäude, die noch höhere Vorlauftemperaturen benötigen.

Aber auch diese Entscheidung hat zwei Seiten.

Eine Pelletheizung benötigt ausreichend Lagerfläche.

Sie benötigt eine geeignete Zufahrt für die Anlieferung, eine zuverlässige Austragungstechnik und regelmäßige Wartung.

Außerdem entstehen Asche und ein zusätzlicher Reinigungsaufwand.

Auch die zukünftigen Brennstoffpreise, mögliche Feinstaubanforderungen und die langfristige Verfügbarkeit nachhaltig erzeugter Pellets sollten in die Entscheidung einbezogen werden.

Die derzeit wohl am häufigsten diskutierte Alternative ist die Wärmepumpe.

Sie nutzt Umweltwärme aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser.

Aus einer Kilowattstunde Strom kann sie – abhängig von den Betriebsbedingungen – ein Mehrfaches an Wärme bereitstellen.

Besonders effizient arbeitet eine Wärmepumpe, wenn das Gebäude mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen beheizt werden kann.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes ältere Haus zuerst vollständig saniert werden muss.

Und es bedeutet auch nicht, dass überall zwingend eine Fußbodenheizung erforderlich ist.

Oft können bereits größere Heizkörper, einzelne Flächenheizungen, ein hydraulischer Abgleich oder optimierte Heizkurven helfen.

Auch gezielte Dämmmaßnahmen können die benötigte Vorlauftemperatur deutlich reduzieren.

Vor der Entscheidung sollten deshalb die Heizlast des Gebäudes und die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Heizflächen geprüft werden.

Ein häufiger Fehler besteht darin, bei der Planung einfach die Leistung der alten Heizung zu übernehmen.

Doch ältere Öl- und Gasheizungen sind häufig deutlich überdimensioniert.

Eine Wärmepumpe sollte deshalb nicht nach der Größe des alten Heizkessels ausgelegt werden.

Entscheidend ist der tatsächliche Wärmebedarf des Gebäudes.

Sinnvoll kann außerdem die Kombination mit einer Photovoltaikanlage sein.

Der auf dem eigenen Dach erzeugte Solarstrom kann einen Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe abdecken.

Besonders während der Übergangszeiten passen die Stromerzeugung und der Heizbedarf häufig gut zusammen.

Im tiefen Winter produziert die Photovoltaikanlage allerdings deutlich weniger Strom.

Sie macht eine Wärmepumpe daher nicht vollständig unabhängig vom öffentlichen Stromnetz.

Trotzdem kann Photovoltaik den Eigenverbrauch erhöhen, die laufenden Kosten reduzieren und das gesamte Heizsystem wirtschaftlich verbessern.

Besonders dann, wenn die Wärmepumpe mit einer intelligenten Regelung und einem passenden Warmwasserspeicher kombiniert wird.

Doch welche Heizung ist nun die richtige?

Die ehrliche Antwort lautet:

Es gibt keine pauschale Lösung für jedes Gebäude.

Eine neue Gas- oder Ölheizung kann bei der Anschaffung zunächst günstiger erscheinen.

Sie bringt jedoch erhebliche Unsicherheiten bei erneuerbaren Brennstoffanteilen, Kohlenstoffdioxidpreisen und künftigen Netzkosten mit sich.

Eine Pelletheizung kann geeignet sein, wenn ausreichend Lagerfläche vorhanden ist und das Gebäude weiterhin höhere Heiztemperaturen benötigt.

Eine Wärmepumpe ist häufig besonders zukunftsfähig.

Sie muss jedoch zur Gebäudehülle, zu den vorhandenen Heizflächen und zum tatsächlichen Wärmebedarf passen.

Solarthermie kann fossile oder biogene Brennstoffe einsparen und die Erfüllung bestimmter gesetzlicher Anforderungen unterstützen.

Aber auch sie benötigt eine sorgfältige und objektspezifische Planung.

Die richtige Reihenfolge lautet deshalb:

Erstens:

Den energetischen Zustand des Gebäudes untersuchen.

Zweitens:

Die Heizlast, die vorhandenen Heizflächen und die erforderlichen Vorlauftemperaturen bewerten.

Drittens:

Mehrere Heizsysteme miteinander vergleichen – einschließlich der Investitionskosten, der laufenden Betriebskosten und möglicher Folgekosten.

Viertens:

Notwendige Sanierungsmaßnahmen und verfügbare Fördermittel prüfen – bevor Aufträge vergeben werden.

Und erst danach sollte die neue Heizung ausgewählt werden.

Immo-Pros unterstützt Sie dabei, nicht einfach nur ein neues Heizgerät zu kaufen.

Gemeinsam entwickeln wir ein technisch und wirtschaftlich abgestimmtes Gesamtkonzept für Ihr Gebäude.

Denn die beste Heizung ist nicht die, die heute am schnellsten eingebaut werden kann.

Die beste Heizung ist die, die auch in fünfzehn oder zwanzig Jahren noch zuverlässig, bezahlbar und sinnvoll zu Ihrem Gebäude passt.

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